Modelldaten:
Name |
Burvik |
Bootstyp |
Eisbrecher |
erbaut von |
Norbert Friske |
Maßstab |
1 : 50 |
Baubeginn |
Sommer 2002 |
Länge |
2320 mm |
Breite |
780 / 610 mm |
Höhe |
300 mm (Rumpf) 460 mm (Aufbau ohne Mast) |
Gewicht: |
130 Kg |
Antrieb |
2 Stück E-Motor 24V aus Elek"start1.htm"l |
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Stromversorgung: |
2 x 12V / 36 Ah |
Rumpf: |
Kastenbauweise, keine Spanten,
5mm |
Aufbauten: |
Kunststoff / Forrex |
Sonderfunktionen: |
Antriebsmotoren einzeln vor-zurück
Steuerbar |
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Baubericht eines Modell Eisbrecher
Burvik,
was ist das denn? Na ein schwedischer Eisbrecher den es im Original gar nicht
gibt.
Nachdem ich die
Uhro in Maßstab 1/50 fast fertig hatte, schwirrte in meinen Kopf schon
wieder ein neues Projekt und ließ mir keine Ruhe. Nach vergeblicher Suche
eines
geeigneten
Bauplans,
entschloss ich mich
für den Bau eines Phantasiemodells.
Also schnappte ich mir (Sommer
2002) ein Styrodurklotz, schmiss die Flex an und
verwandelte meine Werkstatt
in eine Schneelandschaft. Mit ein wenig Schleifpapier sorgte
ich auch noch
für die feinen Flocken. Das Ergebnis stellte mich sehr zufrieden und sollte
in
Zukunft als Bauplan dienen, exklusive der Details natürlich. Das
passende Zedernsperrholz
in 5mm fand ich super billig in einem Baumarkt
als Sonderposten Restmaterial. In nur 3
Tagen spaxte ich den kompletten
Kastenrumpf mit Hilfe etlicher Vierkanthölzer zusammen.
Das Riesenteil
hatte eine Länge von 232cm und 60 cm Breite und war noch recht handlich,
jetzt noch wohlgemekt. Abends beim Bierchen und fachsimpeln mit einem Freud
kam erst
die Frage nach der Verdrängung auf. 180 kg sagte mein Taschenrechner,
und ich traute fast
meinem Zollstock nicht. Na, das hat auch seine Vorteile
dachte ich mir, da bleibt wohl viel
offen für schwere Technik. Als
nächstes wurde der Rumpf mit zwei Lagen Körpergewebe
laminiert,
draußen natürlich zur Freude meiner Nachbarn. Der etwas höhere
Kostenaufwand
durch Epoxydharz macht sich alle male bezahlt, erstens hat
man mehr Zeit bei der
Verarbeitung,
zweitens klebt das Zeug nicht so hässlich nach dem aushärten wie die
Schwester Polyester und die nasale Belästigung hält sich auch in Grenzen. Kaum war der
Harz trocken,
wurde die Wanne in den Teich geparkt und hatte gleich 2cm Tiefgang.
Das
reicht wohl nicht und ich opferte mich als lebenden Ballast. Meine 87kg brachten
schon
fast den gewünschten Erfolg, eine Kiste Bier und paar Steine
hätten auch noch locker Platz
gehabt.
Als nächstes
machte ich mich an den Antrieb. Stevenrohre aus 28mm Alurohr und einer
8mm
Federstahlwelle, das ganze 3 Fach Kugelgelagert hatten sich schon bei der Uhro
bewährt. Die Motoren waren schon vorhanden, ein Freund aus meinem
Angelverein hatte
mir zwei fette ausgemusterte 24V Rollstuhlantriebe gegen zwei Kisten Gerstensaftbrause
getauscht. Das Getriebe wurde entfernt, da der extreme Power locker für
einen Direktantrieb
reichen sollte. Probleme bereiteten mir aber die Ansteuerung
der Motoren da sie statt
Permanentmagneten Wicklungen besitzen. Mit Hilfe
der Wicklungen wird auch der Motor
durch tauschen der Polarität umgepolt.
Das macht kein Fahrtenregler. Nach ein paar netten
Kurzschlüssen und
wechseln etlicher Sicherungen wurde das Problem gelöst.
Meine Graupner
MC 22
bietet viele Möglichkeiten
der Programmierung mit Hilfe der vielen
Mixer. Was mich echt genervt hat
war, dass alle Programme nur für die Fliegerei ausgelegt
sind und mein
Eisbrecher nun mal keine Höhenruder oder Pitch hat. Da sollte sich mal
was
ändern, da die Anlage ansonsten alles möglich macht was man
sich nur vorstellen kann.
Zum Schutz der
Propeller a 13cm Durchmesser entschied
ich mich für Corddüsen aus
massivem Messing. Nach dem drehen und
polieren brachten die Teile locker mal 7,5kg auf
die Waage, was mich zwang
das ganze mit Radialkugellagern zu
versehen. Jetzt haben
beide Servos leichtes Spiel und können auch getrennt
angesteuert werden. Meine beiden
12V / 36A Autobatterien für die Stromversorgung
sind auf Schienen einer
el.
Autositzverstellung montiert. So kann ich je nach Baustufe oder Eisverhältnissen
den Trimm
ändern. Die Schienen sind auch gesponsert von einem Freund,
übriggeblieben von
Crashversuchen.
Um nicht zu
viel Blei
für den Ballast
transportieren zu müssen, wurde der komplette
Bugbereich abgeschottet
und kann nach Wunsch geflutet werden. Hier sind auch fast alle
Pumpen und
das Querstrahlruder untergebracht. Das hat den Vorteil, dass ein Leck im
Schlauchgewirr nicht gleich zum Untergang führt. Eine der Pumpen ist für
das Bugspülsytem
und ist in der Lage 65 L Wasser pro Minute aus 8 Düsen im Bugbereich auf das Eis zu
sprühen
um ein besseres auffahren zu ermöglichen, gesehen bei der Oden.
Für die
beiden Feuerlöschmonitore schenkte mir ein Arbeitskollege eine Pumpe mit
2,8 Bar
incl. Druckschalter. Um den zur Verfügung stehenden Druck optimal
zu nutzen läuft das
ganze über einen Ausgleichbehälter (ein
ausgedienter Pulverlöschbehälter vom Schrott für
ein Euro).
Zwei feine Magnetventile billig bei ebay ersteigert, schalten die Monitore getrennt
und schaffen bei einem Düsendurchmesser von 3mm mal locker 7m. Natürlich
sind sie
schwenkbar und in der Höhe verstellbar.
Für die
Aufbauten und die meisten Beschlagteile verwende ich fast ausschließlich
Forrex.
Dieses Material kann ich sehr empfehlen. Erstens lässt es sich
perfekt kleben mit Ruderer L
530 Kunststoff-Klebstoff, zweitens gibt es
das Forrex fast umsonst, da es auf Messen meist
weggeschmissen wird, ehemalige
träger für Grafiken usw. Jedenfalls hab ich noch nie nur
ein Quadratzentimeter
kaufen müssen aber schon viele m2 verbaut. Drittens ist es leicht, gut
bearbeitbar usw.
Für das
Deck verwendete ich eine 12 mm Multiplexplatte in der ich im hinteren Arbeitsdeck
die Deckbeplankung direkt einfräste. Da ich keine Lust habe durch kleine
Lucken im Rumpf
rumzufummeln kann man das gesamte Deck hochklappen oder
komplett abnehmen.
Nun zur ersten
Testfahrt. Den Klotz ins Wasser zu heben ist kein Kinderspiel. Nicht umsonst
nennt sich unser Hobby Modellsport. Gashebel sachte nach vorne und das Ding
schiebt los.
Vollgas ist unmöglich, die Bugwelle ist zu groß
und die Motoren haben zu viel Power. Ok,
Pfahlzug, Waage ran und lang Gas
–denkste- schon Halbgas reichte, um die Waage bei
13kg in Anschlag zu bringen. Drehen auf dem Teller kein
Problem durch gegenläufige
Motoren. Fazit: ich bin schwer beeindruckt.
Kommen wir zum
Kran. Bei einer Messe sah ich zum ersten Mal ein Kran von Siku auf einer
Hafenanlage stehen. Er gefiel mir auf Anhieb, und das Teil auf meinen Eisbrecher
zu
integrieren
war beschlossene Sache. Durch ein paar Modifikationen wurde der Kran meinen
Erfordernissen angepasst. Natürlich sind sämtliche Funktionen fernbedienbar.
In Zukunft werden
nach einige Sonderfunktionen verwirklicht, da mein Modell zu einem
stattlichen
Multispurpose Eisbrecher heranreifen soll.
An dieser Stelle
möchte ich mich noch mal sehr stark bei meinen Freunden bedanken für
die
Unterstützung in
Rat und Tat. Ohne diese Hilfe hätte das Projekt nicht diesen Umfang
erreichen können. Danke.
Mit der Zeit
wächst auch der Eisbrecher. Leider etwas langsam, aber im Hochsommer (2003)
in der Werkstatt basteln und tüfteln ist auch nicht so schön. Dafür
findet man Gelegenheiten
für Testfahrten ohne zu erfrieren. Bei der
letzten wurde probehalber ein neuer Antriebsmotor
Installiert. Mal wieder
ein Geschenk von meiner Rollstuhl Motorenquelle. Der Motor ist zwar
kleiner,
hat aber dafür einen Permanentmagneten wodurch eine Ansteuerung mit
herkömmlichem Fahrtenregler möglich ist. Ach wie einfach und alle
male ausreichend. Wer
brauch auch schon ein Eisbrecher der bei Vollgas fast
ins gleiten kommt.
Endlich Winter
(2004), endlich mal Eis zum brechen. Nachdem die minusgrade dafür gesorgt
hatten das Wasser zu erstarren ergab sich erstmalig die Möglichkeit es
auch gleich wieder
zu zerbrechen. Der Test war ein Erfolg. Die Motoren hatten
genug Kraft den Bug weit auf
das Eis zu schieben bis es unter der Last zerbrach.
Satte 4,5 cm dickes Eis wurde mit Hilfe
von Rammfahrt zerbröselt. Der
Kapitän war sehr stolz auf seine Entwicklung. Nur die extra
kalten Finger
an den Knüppeln konnten die Testfahrt beenden. Nebenbei wurde auch noch
das frisch Installierte Air-Bubbling System getestet. Ein alter Staubsauger,
auf 12V
umgebaut lieferte ausreichend Luftdruck für 18 Luftdüsen
an den Rumpfseiten unterhalb der
Wasserlinie und ließen das Wasser
fröhlich blubbern.
Leider gibt
es aber auch Rückschläge. Bei der nächsten Testfahrt mit nur
ca. 2cm dünnem
Eis zerstörte ich mir beide teuer bezahlten Propeller.
Die nur 1.5mm dicken Schraubenblätter wickelten sich regelrecht um die
Narbe. Nur mit viel
geduld konnte ich das Schiff zum Ufer steuern und mir
damit ein Badegang im Eiswasser
ersparen. Die nächsten Schiffsschrauben
werden selbst Hergestellt aus 3mm Messing das
sich schon bei der Uhro bestens
bewährt hat. Somit verwandelt sich der Eisbrecher zum
Eiscruscher.
Da die Technik
sonst soweit funktioniert geht es weiter die Optik zu verbessern. Lästiges
Dosenschütteln und nerviger Lackgestank, schleifen und grundieren gehören
nicht zu meiner
Lieblings Disziplin, sind aber leider unerlässlich.
Warum hat noch keiner Lacke mit
Wunscharoma erfunden?
Januar 2005, Winterzeit
ist Bastelzeit und natürlich bieten sich wieder Gelegenheiten Eis mit
der Burvik zu zerkleinern. Da die gekauften Messingpropeller ja nun Schrott
waren mussten
neue her. Der Plan 3mm Messing für die Blätter zu
verwenden wurde verworfen da ich einen
guten Freund überreden konnte
mir die Blätter aus 3mm VA zu lasern. Gleichzeitig machte
ich mich
an die Arbeit die Aufnahmekonusse aus 25mm VA rundmaterial zu drehen und die
Schlitze für die Blätter zu fräsen. Wahrlich keine leichte Aufgabe
denn VA Stahl ist kein
Toastbrot. Mit extra angefertigten Werkzeugaufnahmen,
ein Sägeblatt vom Flohmarkt
(nur 3€) und viel Kühlmittel schaffte
ich es auf meiner kleinen Drehbank die Schlitze zu
Fräsen. Ein Wahnsinns
Aufwand für zwei Schiffspropeller. Anschließend wurden die Teile
zusammengesetzt, zentriert und von meinen „Laserkumpel“ verschweißt. Vielen
Dank an
Marcus da ohne Ihn dieses Projekt unmöglich gewesen wäre.
Darauf folgte der tägliche Eischek
auf der Havel für eine Testfahrt. Werden die Propeller den
erforderlichen
Schub bringen oder das Wasser nur quirlen wie ein Mixer ? Ich war extra
Aufgeregt und unter Hochspannung als ich den Gashebel das erste Mal nach vorne
schob.
Und, es funktionierte. Große Erleichterung, denn tagelange
Arbeit und Kopfzerbrechen
erhielten ihren Lohn.
Jetzt war der Kopf wieder frei für
neue Aufgaben. Diesmal stand das Thema Sound auf dem
Programm. Ein Soundmodul
kam für mich nicht in Frage, das hat doch jeder und außerdem
sind sie viel zu teuer für das bisschen Elektronik.
Im Internet wurde ich fündig. Schiffsdieselsounds,
Ankerkettenrasseln, Hupen und Sirenen,
Winchen alles da und von originalen
Schiffen aufgenommen kostenlos zum runterladen. Mit
Hilfe eines Musikbearbeitungsprogramms
das ganze arrangiert den Erfordernissen
angepasst und in einen kleinen MP3
Player reingepresst, fertig war das individuelle und
einzigartige Soundmodul.
In meinen Keller fand ich noch eine alte Endstufe mit 2x100 Watt
aus einem
alten Auto, etwas zu groß, aber Platz war noch vorhanden. Zwei 12cm
Lautsprecher vom billig Discounter in die Aufbauten eingepflanzt und ab geht
das Gewitter in
Stereo. Großer Fehler, die Aufbauten erbebten beim
Nebelhorn so stark das ich mir Sorgen
um meine Klebestellen machte. Also
Umbau, ab in den Rumpf mit
den Membranen und
fertig war die schwimmende ferngesteuerte Musikbox.




